Zum Inhalt springen
Zurück zur Übersicht

Heimat kennenlernen: Beim "Wunder von Lengede" im Peiner Land

  • Datum: 11. Juli 2019
  • Kommentare: 0
 (Bildrechte: Gemeinde Lengede)
Foto von wito gmbh
wito gmbh
Alle Beiträge (1)

Die Heimat kennen zu lernen war das Ziel einer Tagestour, die vom Netzwerk PEine Geschichte angeboten und von der PAZ in Kooperation mit der Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft Landkreis Peine (wito) unter dem Motto „Heimat zu gewinnen“ verlost wurde. Der Ausflug sollte vom Ilseder Hüttengelände zum Rathaus Lengede führen. Doch soweit sollte es gar nicht kommen - wie Gonhild Kunst und Lucienne Grünes von der wito zu berichten wissen..

Start auf dem Gelände der Ilseder Hütte

Klaus-Henning Großpietsch, ehemaliger Ingenieur bei der Ilseder Hütte, führte die Gruppe durch die Ausstellung in der Umformerstation und über das Ilseder Hüttengelände und informierte die Gewinner zum Beispiel darüber, dass im Ilseder Hochofenwerk zur aufstrebenden Zeit im 19. und 20. Jahrhundert knapp 125 Jahre Roheisen in Hochöfen für das später errichtete Stahlwerk in Peine erzeugt wurde. Besonders interessant für die Gruppe war auch, dass man für das Roheisen Koks und Kalkstein benötigte sowie Erz, das in nahegelegenen Gruben gefördert wurde, wie beispielsweise in Lengede. Die Gruppe erfuhr weiterhin, wie damals auf dem Ilseder Hüttengelände gearbeitet wurde, und die damalige Industriezeit wurde lebendig. Anschließend stärkten sich die Gewinner beim leckeren Mittagessen im Restaurant Hartwigs.

Kurzer Schreckmoment

Nun sollte die Fürhung in Lengede folgen. Doch das Schicksal wollte es anders: Mit Pleiten, Pech und PEine Geschichte musste die Tour unterbrochen werden. Als Wiedergutmachung lud die wito zum Ersatztermin für eine Führung in Lengede ein - der auch ganz ohne Kommunikationsproblem mit dem Shuttleservice druchgeführt wurde ;-)

Die Gewinner - hier in der Ausstellung zum "Wunder von Lengede" durften gleich zwei Mal auf Tour, um die Heimat kennen zu lernen.
Die Gewinner des Ausflugs - hier in der Ausstellung zum "Wunder von Lengede" - durften gleich zwei Mal auf Tour, um die Heimat kennen zu lernen. (Foto: wito gmbh)

Neuer Termin, "wunderbare" Führung in Legende

Der Ausflug beschäftigte sich auch dort thematisch mit der Bergbaugeschichte in der Region. Die Gruppe verstand sich schon bei der ersten Tour prächtig und freute sich über ein Wiedersehen in Lengede. Dort wurden die Teilnehmer durch die Ausstellung „Lengede im Fokus der Welt“ geführt. Das Grubenunglück von Lengede ereignete sich am 24. Oktober 1963 auf dem Gemeindegebiet von Lengede im der Ilseder Hütte gehörenden Eisenerzbergwerk Lengede-Broistedt. Von 129 Bergleuten kamen 29 ums Leben. Die kaum noch für möglich gehaltene Rettung elf eingeschlossener Bergleute nach 14 Tagen ging als Wunder von Lengede in die Geschichte ein. Die Teilnehmer waren begeistert von der interessanten Führung und ganz berührt von der Geschichte des Unglücks und hatten alle ihre eigene Verbindung zum Wunder von Lengede.

In der Ausstellung gibt es viele spannende Details zum "Wunder von Lengede" zu entdecken.
In der Ausstellung gibt es viele spannende Details zum "Wunder von Lengede" zu entdecken. (Foto: wito gmbh)

Begeisterte Teilnehmer

Gisela Rothes aus Peine war schockiert von den Zuständen, die die Bergleute unter Tage aushalten mussten: „Man mag sich gar nicht vorstellen, was die gedacht haben müssen“. Sigbert Wille aus Edemissen hatte eine besondere Bindung zu dem Unglück. Sein Vater und Bruder waren selber Bergleute im Ruhrpott und auch er arbeitete in einem Stahlwerk. Er war so begeistert, dass er auf jeden Fall auch mit seiner Frau noch einmal in die Ausstellung gehen wollte. Norbert Pohl aus Ilsede dazu: „Herr Cleve (von der Ortsheimatpflege Lengede) hat das toll gemacht: so viele Informationen, und man konnte immer Fragen stellen.“ Alle waren sich einig, dass die zwei separaten Ausflüge aufgrund der vielen Informationen sogar von Vorteil gewesen sind. Die Gruppe stärkte sich im Rathaus noch mit Kaffee und Kuchen, bevor es per Shuttle wieder zurück nach Ilsede zum Hüttengelände ging.

Lucienne Grünes in der Dahlbuschbombe, mit der die Bergleute damals gerettet wurden. Sigbert Wille steht ihr bei.
Lucienne Grünes in der Dahlbuschbombe, mit der die Bergleute damals gerettet wurden. Sigbert Wille steht ihr bei. (Foto: wito gmbh)

Die Ausstellung "Das Wunder von Lengede" im Rathaus Lengede ist Partner im Netzwerk der zeitORTE.

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Montag bis Mittwoch 8 -16 Uhr
Donnerstag von 8 - 18 Uhr
Freitag von 8 - 12 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Besonderer Tipp zum Schluss

Wenn Sie mit Ihrer Gruppe auch mal eine Führung in der Ausstellung zum "Wunder von Lengede" oder eine Führung auf dem Industriepfad - Ilseder Hüttengelände machen möchten, rufen Sie uns einfach an! Tel.: 05172 9492610.
Natürlich kann man auf tourismus-peine.de die Touren auch online buchen.

Das Wunder von Lengede

Vallstedter Weg 1
38268 Lengede