10 Jahre Forschungsmuseum Schöningen und Sonderausstellung "Parasiten. Life undercover."

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Museen
Jan-Christoph Ahrens
17. Juni 2024

Was es zu sehen und zu erleben gibt

Das Forschungsmuseum Schöningen wird zehn Jahre alt und
lädt am 24. und 25. Juni 2023 zu einem Familienwochenende mit vielen Attraktionen und tollen Aktionen für Jung und Alt rund um die aktuelle Ausstellung »Parasiten. Life undercover« ein. Und: Wir haben für dich einen Blick in die Sonderausstellung 2023/2024 geworfen.
© Prof. Dr. H. Mehlhorn, Heinrich Heine Universität Düsseldorf

Ich kan kaum glauben, wie die Zeit vergeht! Ich erinnere mich noch gut an das Richtfest im Juni 2012 - ich war beeindruckt von der Baustelle und dem Gebäude, was entstehen sollte. Außerdem war es leider ziemlich matschig und auf der Rückfahrt ins Büro habe ich erstmal neue Schuhe gekauft. Meine Kolleginnen haben den kompletten Prozess bis zur Eröffnung begleitet und sich um das Marketing gekümmert, standen in engem Austausch mit den Verantworttlichen für die Ausstellung und dann, am 24. Juni 2013 war es soweit: Wir durften das erste Mal die Ausstellung besuchen und die Schöninger Speere bestaunen.

Ein Fest für Groß & Klein am 24. und 25. Juni 2023, 10.00 – 17.00 Uhr

Am 24. Juni 2023 wird das Forschungsmuseum Schöningen zehn Jahre alt. Eröffnet als paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere, werden hier die in den 1990er‐Jahren an der Abbruchkante des alten Tagebaus entdeckten ältesten Jagdwaffen der Menschheit der Öffentlichkeit im Rahmen einer Ausstellung über die Lebens‐ und Umweltverhältnisse der Altsteinzeit zugänglich gemacht. In direkter Nachbarschaft zum Originalfundplatz, an dem bis heute archäologische Grabungen stattfinden, können Forschung und Restaurierung live beobachtet werden – wird Geschichte lebendig. Das Forschungsmuseum Schöningen ist ein einzigartiger Ort der Kultur und Bildung in der Region. Das Jubiläum wird daher gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern gefeiert, die zu einem Familienwochenende mit vielen Attraktionen und tollen Aktionen für Jung und Alt rund um die aktuelle Ausstellung »Parasiten. Life undercover« eingeladen
sind. Der Eintritt ist frei!

Am Samstag, um 11.00 Uhr, wirft Landesarchäologe und Museumsleiter Dr. Henning Haßmann einen »Blick zurück nach vorn« mit Protagonisten der Gründungszeit wie dem Vorsitzenden des Fördervereins Schöninger Speere Dr. Wolf‐Michael Schmid, dem früheren Schöninger Bürgermeister und Helmstedter Landrat Matthias Wunderling‐Weilbier (heute Staatsekretär im Niedersächsischen Ministerium für Bundes‐ und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung) und Prof. Dr. Lothar Hagebölling, damals Leiter der Niedersächsischen Staatskanzlei.

Programm

  • Speerwerfen und ‐schleudern (Samstag und Sonntag zwischen 10.00 und 17.00 Uhr)
  • Podiumsgespräch zur Vergangenheit und Zukunft des Museums (Samstag 11.00 Uhr)
  • Führungen durch die Dauerausstellung (Samstag und Sonntag 11.00, 13.00, 14.00 und 15.00 Uhr)
  • Archaische Klangwelten – Joachim Schween spielt prähistorische Musik mit Schwirrhölzern, bronzezeitlicher
  • Lure, Alphorn und Didgeridoo (Samstag 11.30 und 16.30 Uhr)
  • Führungen über die Ausgrabungen (Samstag und Sonntag 11.30, 13.30, 15.00 und 16.00 Uhr)
  • Führungen durch die Restaurierungswerkstatt (Samstag und Sonntag 14.00 und 15.30 Uhr)
  • Außerdem: Bungee‐Trampolin, Wasserlaufball, Mobile Rodelbahn, Riesen‐Piratenhüpfburg, Kinderschminken

Weitere Informationen auf der Seite des Forschungsmuseums

Quelle: NLD/Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege

Sonderausstellung "Parasiten. Life undercover." bis 5.5.2024

Die internationale Wanderausstellung ist im Forschungsmuseum Schöningen zu Gast. Die Ausstellung wurde vom Museum für Naturkunde Berlin kuratiert und entwickelt. Von dort über die Schweiz, Österreich und Skandinavien bis nach Australien hat sie bereits mehr als 2 Millionen Menschen begeistert.

Von Angesicht zu Angesicht mit Bandwürmern und Bettwanzen zeigt die Ausstellung »Parasiten. Life undercover« den Besucherinnen und Besuchern, wo auch sie mit Parasiten in Berührung kommen können, sei es durch eigene Haustiere, Tropenreisen oder den Genuss von ungekochten Speisen. Welche Bedeutung haben Klimawandel und Globalisierung für die Ausbreitung von Parasiten? Machen Parasiten immer krank
oder können wir ihre erstaunlichen Fähigkeiten in der Medizin zum Wohle des Menschen nutzen? Auf diese und viele andere Fragen gibt die Ausstellung Antworten und gewährt faszinierende Einblicke in die Biologie von Parasiten, ihre Rolle in der Natur und ihre Bedeutung für Mensch und Tiere in einer globalisierten Welt.
Mit echten Parasitenpräparaten beleuchtete die Ausstellung, wie sich Parasiten im Laufe der Evolution entwickelt haben, warum ihre Anpassungen und Lebenszyklen so unglaublich sind, welchen Einfluss sie auf ganze Ökosysteme haben, warum sie äußerst spannende Forschungsobjekte und manchmal medizinische Helferlein sind. Sie zeigte aber auch, dass menschengemachte Faktoren wie der fortschreitende Klimawandel, die Globalisierung und wachsende Megacities der Verbreitung von Parasiten sowie alten und neuen Krankheiten Vorschub leisten.
Was auf den Bildern zu sehen ist:
1. Vor allem der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) tritt in menschlichen Wohnungen auf.
2. Kopf eines Katzenbandwurms (Taenia taeniaeformis) mit Hakenkranz und Saugnäpfen.
3. Rund 40 der 400 bekannten Anopheles-Arten sind als mögliche Überträger von Malaria nachgewiesen.

Die Fotos wurden erstellt von Prof. Dr. H. Mehlhorn, Heinr Heine Universität Düsseldorf.
Quelle: NLD/Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege




Was in der Sonderausstellung zu sehen ist

»Parasiten – Life undercover« setzt auf Originalobjekte: Echte Parasiten, eingebettet in Acrylharz, und zahlreiche Tierpräparate sind die Protagonisten der Show. Vom Bandwurm bis zur Vampir‐Fledermaus. Hochwertige Modelle, wie eine Malaria‐Mücke in 60‐facher Vergrößerung, sowie einmaliges Bild‐ und Filmmaterial runden die Präsentation ab.

Die Fundstelle von Schöningen erlaubt darüber hinaus einen Blick in die zeitliche Tiefe: Parasiten sind auch für die archäologischen Wissenschaften keine Unbekannten. Bei stadtarchäologischen Ausgrabungen mittelalterlicher Kloaken fanden sich Parasiteneier des Bandwurms, die typische Ernährungsgewohnheiten widerspiegeln
und so eine Unterscheidung religiös bestimmter Stadtviertel ermöglichen. Läuse plagten den frühen Menschen bereits seit den ersten aufrechten Schritten vor ca. 5 Millionen Jahren. Die Frage, seit wann Menschen sich mit Kleidung bedecken, kann beispielweise anhand der genetischen Abspaltung der Linie der Kleiderlaus sehr gut nachvollzogen werden. Sie fällt in die Zeit vor ungefähr 170.000 Jahren. Die
hervorragende Erhaltungsqualität der Schöninger Fundschichten eröffnet neue Fragestellungen für die Parasitenforschung.
Die Ausstellung wurde vom Museum für Naturkunde Berlin kuratiert und entwickelt und gesponsert von Bayer Healthcare Animal Health. Sie ist ein besonderes Highlight im Jubiläumsjahr des Forschungsmuseums.

Außerdem: Neuers Konzept für den Museumsshop

Mit dem Projekt »Region! gestaltet« wird der Museumsshop zum Schaufenster für Schöningen und Umgebung. Letztes Jahr wurde er neu eröffnet. In Zukunft stehen die Vitrinen Kreativen oder kleinen Kreativunternehmen für einzigartige, handgefertigte Produkte zur Verfügung. Ziel ist ein qualitätsvolles, abwechslungsreiches Angebot
aus der Region.

Was wir gemeinsam erlebt haben

Wie zu Beginn schon geschrieben, habe ich eine lebhafte Erinnerung an das Richtfest :-)
Aber nicht nur das: Die Euphorie und Erleichterung, als das Museum endlich eröffnet war hat die Kolleginnen udn mich über Wochen begleitet. Wir waren mit dem Team des Forschungsmuseums in den vergangenen 10 Jahren auf vielen nationalen Tourismusmessen und haben neue Besuchende über die Angebote informiert. Ich durfte mich mehrfach vor Ort an Speerschleuder und im Speerwurf probieren (recht erfolglos...) und wir durften immer wieder mit unseren Blogger:innen zu Gast sein. Im letzten Sommer war Beate vor Ort und hat alles zur Grabung erfahren (siehe unten).



Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und sind gespannt, welche Sensationen rund um den Fundkomplex uns in den nächsten Jahren noch erwarten!
Zu guter Letzt noch ein paar Impressionen aus der Bauphase und ...vom Richtfest.

Öffnungszeiten und Tipps

Öffnungszeiten des Forschungsmuseums:

März bis Oktober: Dienstag bis Sonntag, 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
November bis Februar: Mittwoch bis Sonntag, 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene (ab 18 Jahren): 9,00 Euro; Ermäßigt: 6,00 Euro;
Familienkarte: 20,00 Euro

Wo?

Forschungsmuseum Schöningen
Paläon 1, 38364 Schöningen
www.forschungsmuseum-schoeningen.de

Besondere Tipps:

Parkplätze direkt am Museum.
An ausgewählten Terminen in den Sommermonaten gibt es Führungen zur Grabung, außerdem kann man fußläufig den Aussichtspunkt erreichen und den kompletten Tagebau überblicken.

Die Dauerausstellung im Forschungsmuseum Schöningen: staunen ▪ forschen ▪ erleben ▪ begreifen

Das Museum verbindet auf einzigartige Weise das spannende Erlebnis Altsteinzeit mit archäologischer Spitzenforschung in einem innovativen Ausstellungskonzept. Die Besucher:innen reisen etwa 300.000 Jahre zurück in die Altsteinzeit und treffen die ersten Bewohner Niedersachsens. In spannenden Inszenierungen erlebst du, wie sich eine Jagdexpedition abspielte. Dabei kannst du die Schöninger Speere in unmittelbarer Nähe zum Fundort bestaunen, dort, wo sie vor ca. 300.000 Jahren zurückgelassen und 1994 gefunden wurden – und wo noch heute Grabungen stattfinden. Das Forschungsmuseum
Schöningen verankert den einzigartigen Ort der Forschung im Braunkohletagebau in Schöningen erstmalig in dieser Einheit langfristig in der Region und im System der Kultureinrichtungen in Süd‐Ost‐Niedersachsen und kooperiert dabei eng mit den Forschungspartnern.

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