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Von Schokolade, Füllern und Bier: Auf GenießerManufakt(o)ur im Peiner Land

  • Datum: 18. April 2019
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Auf Entdeckungstour in der BrauManufaktur Härke. (Bildrechte: ©wito gmbh)
Foto von Jan-Christoph Ahrens
Jan-Christoph Ahrens
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Das Peiner Land ist bekannt für seine Manufakturen. Was Schokolade, Bier und Tinte gemeinsam haben, durften wir herausfinden: Ein Blick hinter die Kulissen bei der BrauManufaktur Härke, bei Pelikan und bei JR Die Schokoladenfabrik.

Die Tourist-Info Peiner Land bietet Gästen mehrmals im Jahr die Möglichkeit, an der Genießer Manufakt(o)ur teilzunehmen. Auf der Tour gibt es Einblicke in drei ganz unterschiedliche Unternehmen. An einem Freitag Morgen starten wir unseren Tag in Peine-Vöhrum bei der Pelikan PBS Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG.

Kaum angekommen geht es auch gleich los: Wir laufen durch weitläufige Produktionshallen. Obwohl der Betrieb läuft und fleißig produziert wird, werden wir von den Mitarbeitenden freundlich in Empfang genommen. An allen Ecken und Enden rummst und rattert es - die großen Maschinen vor mir sind ein Rätsel. Aber nur so lange, bis man sieht, was am Ende rauskommt: Der riesige Haufen an Tintenpatronon versetzt mich zurück in meine Schulzeit.

Genauso geht es mir, als wir uns die Produktionsstraße der Wassermalfarben anschauen. Meinen "Tuschkasten" habe ich in der Schule geliebt - und immer gezittert, ob denn nun das Deckweiß zum Farben mischen noch ausreicht. Wir erfahren, dass die Maschinen in der Produktion Spezialanfertigungen sind und in der hauseigenen Werkstatt entwickelt wurden. In der Kunststoffspritzerei entstehen annähernd alle Teile, die in der Pelikan-Fertigung benötigt werden - so zum Beispiel auch die Griffix-Schreiblern-Füllhalter. Das beutet natürlich, dass im Werk vor dem Schuljahresbeginn immer Hochbetrieb ist. Schließlich finden sich Produkte von Pelikan bei fast jedem Schüler in der Federmappe. Auch Radiergummis: Es ist beeindruckend zu sehen, wie aus einem sehr langen Stück "Gummi" die markenten Pelikan-Radierer werden. Die Herstellung ist fast komplett automatisiert.

Ein ganz besonderes Angebot von Pelikan ist die Wünsch-Dir-was-Feder. Im Werk in Peine kann man seine eigene speziell zugeschliffene Pelikanfeder erwerben. Zur Auswahl stehen zweifarbige Goldfedern der Souverän-Modelle. Diese Federn sind mit einem besonders breiten Iridium-Korn ausgestattet, das der Federnspezialist von Pelikan nach Wunsch schleift.

Zum Abschluss des Besuchs steht noch ein Besuch im Werksverkauf an. Ich entscheide mich, meinen Schreibtisch mit Stiften und ein paar nützlichen Dingen neu auszustatten. Und ich kaufe mir einen Griffix-Füllhalter. Damit bin ich in der Gegenwart angekommen, hieß das doch früher bei mir noch Pelikano.

Tipp: Der Werksverkauf ist auch außerhalb von Führungen zu besuchen.

Bierspezialitäten kennenlernen bei der BrauManufaktur Härke

Mit gemütlichen Shuttle-Bussen fahren wir von Pelikan dirket in das Zentrum von Peine. Der nächste Stopp auf unserer Tour ist die BrauManufaktur Härke.

Auf dem Gelände wird bereits seit 1890 Bier gebraut. Das Gebäude erinnert an eine Burg oder Festung - man kann die Historie bereits auf dem Vorplatz spüren.
Mittels traditioneller Handwerkskunst und modernster Technik werden hier auch heute noch Biere mit besonderem Charakter gebraut.
Unsere Tour führt uns zum Herzstück - dem Sudhaus. Wir bekommen Baumwollhandschuhe gereicht. Ich frage mich noch, ob es im Sudhaus sehr aklt ist, aber die Erklärung folgt schnell: Die historischen Braukessel sollen geschützt werden und das Kupfer auch in Zukunft schön glänzen. In den Kesseln werden Malzschrot und Hopfen mit Wasser gemischt - die Grundlage und Würze für das spätere Bier. Ein Sudvorgang dauert übrigens 7,5 Stunden. Die Führung geht weiter im Gärkeller und Lagerkeller. Hier erfahren wir alle weiteren Schritte die für die Herstellung des Bieres nötig sind.

Letzte Station: Das Braustübchen der Härke BrauManufaktur

Zur Stärkung finden wir uns in der rustikalen Gasttstube direkt auf dem Brauereigelände ein. Serviert wird eine deftige Vesper - dazu wird eine Auswahl des Sortiments an Härke-Bier gereicht. Ich probiere das Härke Amber Ale und bin begeistert. Auch Peine hat also sein eigenes Craft Beer.

Tipp von mir: Wer sich durch die verschiedenen Biersorten des Sortiments probieren möchte, hat bei der Vesper dazu Gelgenheit. Nur Autofahren sollten man hinterher besser nicht :-)

Nach deftig folgt süß: Wir gießen selber Schokolade

Mit unseren Shuttle-Bussen geht es zur letzten Station: Wir besuch JR - Die Schokoladenfabrik. Als letzten Programmpunkt des Tages dürfen wir unsere eigenen Schokoladenträume wahr werden lassen.

Erster Schritt: Kittel anziehen und Haube auf's Haar - schließlich arbeiten wir jetzt mit Lebensmitteln. Unter professioneller Anleitung eines Chocolatiers kreieren wir unsere Schokolade aus Edel-Vollmilch oder Edel-Bitterschokolade. Jeder Teilnehmer darf zwei Tafeln machen: Ich entscheide mich also für beide Sorten. 12 verschiedene Zutaten stehen außerdem zur Wahl: Ich schreite gleich zur Tat und streue gehackte Nüsse in meine Form und gieße dann die flüssige Schokolade darüber.

Allerdings hätte ich besser erst zugehört: Die Schokolade wird auf dem Tisch in der Form geklopft, damit die Luftbläschen nach oben steigen und die Tafel am Ende schön glatt aussieht - durch die Nüsse wird meine Tafel also eher zur Luftschokolade.

Bei der zweiten Tafel gieße ich erst die Schokolade in meine Form nd klopfe, was das Zeug hält. Die Rückseite verziere ich dann mit Pistazien und Cranberries. Außerdem zaubere ich auf die Bitterschokolade noch ein hübsches Muster mit Vollmilchmilchschkolade - ganz kreativ wie ich finde.

Bis die Schokolade ausgehärtet ist, haben wir Zeit und begeben uns auf Entdeckungsreise durch das Schokomuseum. Und weil ich es nicht abwarten kann, gehe ich auch in den Fabrikverkauf und decke mich mit Pralinen und weiteren Leckereien ein.

Nach der Führung durch das Schokoladen-Museum bekomme ich meine beiden "Unikat-Tafeln von je 250 g" hübsch eingepackt und nehme diese mit nach Hause - ob ich sie selber nasche oder verschenke, weiß ich noch nicht. Die Schokolade von JR - Die Schokoladenfabrik ist nämlich extrem lecker und da kann schnell Futterneid aufkommen.

Im Selbstversuch: Meine eigene Schokaldenkreation.
Im Selbstversuch: Meine eigene Schokaldenkreation. (Foto: zeitORTE/Ahrens)

An diesem Tag habe ich bei drei bekannten Marken im Peiner Land hinter die Kulissen schauen dürfen. Das war ein ganz besonderes und einmaliges Erlebnis - und um aufzulösen, was Schokolade, Bier und Tinte gemeinsam haben: Gibt es gebündelt nur im Peiner Land an einem Tag zu erleben!

Wer in diesem Jahr noch eine GenißerManufakt(o)ur mitmachen möchte, sollte sich übrigens beeilen: Es sind nur noch wenige Restplätze verfügbar. Ich wünsche schon heute viel Spaß dabei!