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Das OTTER-ZENTRUM im Jahr des Otters

  • Datum: 25. Juli 2021
  • Kommentare: 0
Otter Statue am Eingangsbereich zum OTTER-ZENTRUM (Bildrechte: CC0)
Foto von Sjera-Djana Zuzarte
Sjera-Djana Zuzarte
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Was bedeutet das Jahr des Otters für das OTTER-ZENTRUM in Hankensbüttel? Diese Frage haben wir uns als zeitORTE-Team gestellt und uns mit Eva Baumgärtner, Mitglied des Vorstands des OTTER-ZENTRUMs, ausgetauscht. Dabei haben wir einiges über Otter & Co gehört. Aber nicht nur über die Tiere, sondern auch über das OTTER-ZENTRUM und seine Naturschutz-Themen haben wir viel erfahren, insbesondere über eine spannende Möglichkeit, sich für den Otterschutz zu engagieren. Das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Das OTTER-ZENTRUM ist Partner im Netzwerk der zeitORTE

2021 ist das Jahr des Otters! Was bedeutet das für das OTTER-ZENTRUM genau?

Das Tier des Jahres (ernannt von der Deutschen Wildtier Stiftung) rückt natürlich nochmal präsenter ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Damit gibt es bestimmt auch den ein oder anderen Gast, der bei seiner Recherche erst über das „Tier des Jahres“ auf uns aufmerksam wurde und sich dann entschlossen hat, das OTTER-ZENTRUM zu besuchen. Für uns speziell hatte dies z.B. viele Anfragen von TV-Teams und Fotografen zur Folge, die es bei uns sehr zu schätzen wissen, dass man bei den Aufnahmen nicht sieht, dass es Tiere in Menschenobhut sind (naturnahe Gehege).

Gibt es besondere Veranstaltungen für Besucher*innen und für den Aktion Fischotterschutz e.V. (z.B. spezielle Naturschutzprojekte)?

Leider sind aufgrund der Pandemie viele Veranstaltungen auch weiterhin nicht möglich. Aber in den Sommerferien werden etliche Kinderferienprogramme angeboten, in denen die Kinder mit Spaß, Spiel und viel Bewegung im Freien mehr über Fischotter lernen können.

Wir unterstützen unsere KollegInnen von der Deutschen Wildtier Stiftung beratend zu deren Projekten rund ums Tier des Jahres 2021. Dazu zählen z.B. Umbau von Brücken in Hamburg oder auch Schutzmaßnahmen für den Otter auf stiftungseigenen Flächen im Landkreis Rotenburg.

Wir haben von der OTTER SPOTTER-App gehört. Wie funktioniert die und wie kann man sich damit für den Naturschutz engagieren?

Mit der OTTER SPOTTER-App können Nachweise von Ottern direkt vor Ort, ohne viel Aufwand, ohne Stift und Papier, aufgenommen werden. Dies funktioniert auch ohne vorhandenes Handynetz (was in der freien Landschaft durchaus des Öfteren vorkommen kann), die Daten werden in dem Moment, in dem wieder Empfang besteht, hochgeladen. Wir bieten regelmäßige Schulungen an, so dass jeder, der sich als Spurensucher engagieren möchte, auch praktische Erfahrung unter sachkundiger Aufsicht sammeln kann. Ein zusätzliches „Starter-Kit“ mit allem, was man fürs Spurensuchen und Sammeln benötigt, gibt’s auch bei uns (Infobroschüre, Lineal, Stift, Probengefäß, Taschenlampe). Damit können Menschen, die sich gerne in der Natur aufhalten und mit Entdeckergeist durch die Landschaft spazieren, gleichzeitig etwas zum Otterschutz beitragen. Denn dadurch, dass Otter hauptsächlich nachts unterwegs sind, wissen WissenschaftlerInnen noch sehr wenig über ihre tatsächlichen Bestandszahlen.

Gibt es regelmäßig Nachwuchs bei Otter und Co. und werden die Tiere eigentlich mit der Zeit richtig zahm?

In diesem Jahr wird es tatsächlich seit langem wieder Nachwuchs bei den Fischottern geben. Diese wachsen aber zu Anfang abgeschirmt bei der Mutter auf, also ohne Menschentrubel. Das ist wichtig, damit die Mutter sich gut um ihren Nachwuchs kümmert und er erfolgreich groß und stark wird. Da unsere Otter nicht handzahm sind, sind sie zum Großteil eher scheu und zurückhaltend – gerade bei einer frischgebackenen Mutter wäre es daher nicht gut, wenn sie im Besucherbereich immer gestresst wäre.

Unsere Tiere sind allesamt nur futterzahm, d.h. sie kommen (auf freiwilliger Basis – wer lieber schlafen möchte oder keinen Hunger hat, zeigt sich einfach nicht) zu den regelmäßigen Schaufütterungen raus. Dabei werfen ihnen die Pfleger das Futter zu. Direkt aus der Hand füttern oder streicheln lassen sich nur die Frettchen von den Tierpflegern, dies sind richtige Haustiere. Alle anderen sind Wildtiere, die den Menschen zwar kennen, sich aber nicht streicheln oder anfassen lassen. Allerdings ist es auch so, dass wir dies hier bei uns mit Absicht so halten, um den Gästen besser vermitteln zu können, dass es Raubtiere sind. Würde man sie wie Haustiere behandeln, streicheln oder gar vermenschlichen, erweckt dies falsche Vorstellungen und erzeugt eine verzerrte Wahrnehmung. Es birgt dann die Gefahr, dass der Gast bei einer Begegnung mit einem „echten“ Wildtier in freier Natur ein falsches Bild des Tieres hat, es bedrängt, versucht anzufassen oder gar versucht, es mit nachhause zu nehmen.

Bei anderen Arten wie dem sehr seltenen Europäischen Nerz züchten wir in Abständen. Auch hier gab es dieses Jahr Nachwuchs hinter den Kulissen. Da die Nerze ausgewildert werden sollen (ihre Nachzucht ist Teil eines Erhaltungsprogrammes des Vereins EuroNerz e.V.), müssen sie so wenig Menschenkontakt wie möglich haben, um möglichst natürlich aufzuwachsen und wild zu bleiben.

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Die Schaufütterungen mussten einige Zeit ausgesetzt werden. Wie haben sich eure Tiere verhalten, als wieder der „Normalbetrieb“ losging?

Die kommentierten Schaufütterungen waren lange Zeit nicht möglich, aber natürlich waren die Tierpfleger dennoch regelmäßig bei den Tieren, um Futter zu verteilen und die Gehege sauber zu halten. Zusätzlich haben sie Futter z.B. in Pappkartons versteckt und in die Gehege gelegt, damit die Tiere etwas länger mit der Futtersuche beschäftigt waren. Jetzt sind die Fütterungen wieder „ganz normal“ erlaubt, und Otter & Co. haben sich schnell wieder an ihre Zeiten angepasst. Die einzigen, die etwas zickig waren, sind die Iltisse (aber das sind sie auch bei der normalen Zeitumstellung). ;-)

Im Zentrum tut sich einiges. Es wird stetig verbessert oder auch erweitert. Welche Umbaumaßnahmen bzw. Veränderungen laufen aktuell? Was erwartet die Besucher*innen zukünftig?

Aktuell sind wir dabei, unsere Infohütten für den Themenpfad „Heimische Wildtiere“ fertigzustellen. Ab August können die Gäste den neuen Rundweg dann auch für einen erweiterten Spaziergang im OTTER-ZENTRUM nutzen.

Neue Spielgeräte gibt es bald an der Marderklause. Der Spielplatz dort wird um zwei Federwippen für Kinder erweitert. Auch im Wald gibt es einen neuen Niedrigseilgarten, auf dem Kinder und natürlich auch Erwachsenen balancieren können.

Wir hoffen sehr, dass das Wetter in den nächsten Wochen beständig ist, denn unser Gehege „Otter-Bach“ muss wegen regelmäßigem Regen leider immer noch unbesetzt bleiben. Neue Glasscheiben am Unterwasserbereich warten darauf, endlich eingeklebt werden zu können – aber dafür muss es mindestens eine Woche am Stück absolut trocken sein. Also bitte Daumen drücken, damit die Gäste für ihre Geduld und ihr Verständnis endlich belohnt werden können und in diesem schönen Gehege wieder Fischotter an Land und unter Wasser beobachten können!

Eine neue Spieleinheit zum Thema „Lebewesen im Bach“ gibt es dann auch am Unterwassergang des Otterbachs zu erkunden.

Auf welche Veranstaltungen und Aktionen dürfen sich die Besucher*innen in den nächsten Wochen und Monaten freuen?

Die Sommerferien bieten etliche Kinderferienspäße: Schnitzeljagd, Marderolympiade, Bachabenteuer – Spaß und Abwechslung garantiert! Nicht nur für Kinder sondern auch für interessierte Erwachsene werden zwei Termine für Abendführungen angeboten.

Mehr Infos zu den Aktionen gibt’s unter https://otterzentrum.de/termine/

Das Highlight im Spätsommer/Herbst sollen natürlich die „Lichterwelten“ werden. Am 17., 18., 25. und 26. September gibt es ein ganz besonders illuminiertes OTTER-ZENTRUM mit Elfen, Feen und mehreren fulminanten Licht-Laser-Vorführungen mit Musik.

Wo wir gerade einen Blick hinter die Kulissen werfen dürfen: Was gibt es außerdem Besonderes zu berichten?

Eine große „optische“ Änderung, die Laufe der nächsten Monate geschehen wird, ist die Änderung des Logos des OTTER-ZENTRUMs und auch die Erneuerung der Homepage. Das neue Logo wird an das des Trägervereins Aktion Fischotterschutz angelehnt sein und hoffentlich genauso gute Akzeptanz finden wie das alte.

Was war oder wird wohl Ihr persönliches Highlight in diesem Jahr?

Mein persönliches Highlight wird mit Sicherheit der Otternachwuchs werden. Denn das ist ein sehr seltenes Ereignis und somit etwas Besonderes (mal davon abgesehen, dass es einfach tolle Tiere sind!). Wir hoffen alle sehr, dass dabei alles gut geht und alle Tiere, sowohl die Eltern als die Jungtiere, gesund und munter sein werden. Das ist das Wichtigste!

Wir drücken ganz fest die Daumen, dass die Vorhaben des OTTER-ZENTRUMs bzw. des Aktion Fischotterschutz e.V. erfolgreich verlaufen und sich Nerz- und Otternachwuchs prächtig entwickelt! Euer Team der zeitORTE

ALLGEMEIN

Das OTTER-ZENTRUM in Hankensbüttel liegt idyllisch am Rand der Südheide Gifhorn und wird seit 1988 vom Verein Aktion Fischotterschutz betrieben. Auf dem abwechslungsreichen, weitläufigen Freigelände leben Otter und ihre nächsten Verwandten Dachs, Hermelin, Steinmarder, Iltis, Baummarder und Nerz in naturnahen Gehegen. Hier können Sie den Tieren ganz nah kommen und bei den rund 30 täglich stattfindenden, kommentierten Fütterungen viel Wissenswertes und Spannendes erfahren. Seit 2019 gibt es auch für Fischfreunde etwas zu entdecken: Ein 5m langes Süßwasseraquarium in der Eingangshalle des Naturerlebniszentrums beherbergt typische Fische der Region, und gewährt damit einen Einblick in den Lebensraum des Otters.

An diesem Logo erkennen Sie besonders familienfreundliche Betriebe in ganz Niedersachsen.
An diesem Logo erkennen Sie besonders familienfreundliche Betriebe in ganz Niedersachsen. (Foto: TourismusMarketing Niedersachsen GmbH)

Das OTTER-ZENTRUM zählt zu den KinderFerienLand zertifizierten familienfreundlichen Betrieben.

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OTTER-ZENTRUM Hankensbüttel

Sudendorfallee 1
29386 Hankensbüttel