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Neues im Museum Schloss Salder

  • Datum: 10. Oktober 2021
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Arne Homanns Stolz: die neue Rentierwand. (Bildrechte: Beate Ziehres)
Foto von Beate Ziehres
Beate Ziehres
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Es gibt Orte, die ich als zeitORTE-Bloggerin mit wachsender Begeisterung in schöner Regelmäßigkeit besuche. Das Städtische Museum Schloss Salder zählt dazu. An diesem goldenen Herbsttag gibt es gleich mehrere Anlässe, die Reise nach Salzgitter anzutreten. Aus Schloss Salder in Salzgitter werden Neuigkeiten vermeldet. Eine davon lautet: Mit Arne Homann hat Ende des vergangenen Jahres ein neuer Museumsleiter seinen Dienst angetreten. So bin ich wieder einmal auf dem Weg nach Salder.

Das Städtische Museum Schloss Salder ist Partner im Netzwerk der zeitORTE

Der neue Hausherr im Schloss erwartet mich stilecht auf der Treppe. Arne Homann verantwortet die Geschicke des Museums seit dem 1. November 2020. „Mein erste Amtshandlung war, das Museum zu schließen“, kann er heute scherzen, nachdem ein Großteil des Komplexes wieder zugänglich sein darf. Schloss, Pferdestall, Kuhstall und der Eiszeitgarten sind zur Freude der Museumsbesucher pandemiekonform geöffnet. „Das Museum wird nach wie vor sehr gut angenommen. Das zeigt uns, dass das Bedürfnis der Menschen nach Kultur vorhanden ist“, freut sich auch Arne Homann.

Arne Homann, neuer Leiter des Städtischen Museums Schloss Salder.
Arne Homann, neuer Leiter des Städtischen Museums Schloss Salder. (Foto: Beate Ziehres)

„Gesamtkunstwerk“ Schloss Salder

Der gebürtige Bremerhavener hat in Hamburg Archäologie und Geschichte studiert, in Celle im Bomann-Museum volontiert und vor seinem Wechsel nach Salzgitter für die Museen des Landkreises Gifhorn gearbeitet. Nun näherte er sich räumlich der Familie väterlicherseits, die in Bad Harzburg lebt. „Ich mag die Gegend und die Menschen hier im nördlichen Harzvorland und finde den Kulturraum Harz interessant“, so Homann.

Doch in erster Linie reizte den neuen Museumsleiter die Vielfalt des städtischen Museums Schloss Salder. „Das Spektrum der Ausstellungen reicht von der frühesten Erdgeschichte bis zur Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Außerdem beleuchten wir Spezialthemen wie beispielsweise alte Landwirtschaft“, erklärt Homann. Hinzu komme ein breitgefächertes kulturelles Programm, zu dem unter anderem der Kultursommer zählt.

Arne Homann, Museumsleiter Städtisches Museum Schloss Salder (Bildrechte: Beate Ziehres)

„Ich betrachte Schloss Salder als Gesamtkunstwerk"

erklärt Arne Homann.

Großsäuger neu im Eiszeitgarten

Wir wollen uns gemeinsam einen Teil des Gesamtkunstwerks anschauen. Arne Homann lenkt die Schritte in den Eiszeitgarten. Hier fällt mir sofort ein Riesenhirsch auf. Er steht nur einige Meter vom bedauernswerten Mammut entfernt, das in der Falle sitzt. Der beeindruckende Hirsch lebte in der bisher letzten Eiszeit. Nur 8.000 Jahre zurück in der Zeit und wir wären ihm lebend begegnet. „Das unterscheidet das Städtische Museum Schloss Salder von vielen anderen Museen: Wir haben eiszeitliche Großsäuger in Lebensgröße“, sagt Arne Homann.

Als ich mich umdrehe, entdecke ich eine weitere Neuheit im Eiszeitgarten. Die ausführlichen Infotafeln, die die Abtrennungswand zum Mühlengarten hin bedeckten, sind stark geschrumpft. An ihrer Stelle befindet sich jetzt das Panoramabild einer vorbeirasenden Rentierherde. Ich kann mir richtig den Lärm vorstellen, den die trampelnden Hufe verursachen, das Beben des Bodens und wie sich nach einer Weile der aufgestobene Schnee wieder auf die Landschaft legt. Derzeit bekommt die Rentierwand noch den letzten Schliff, erklärt Arne Hohmann.

Auch die Jagdhütte des Neandertalers, die aus Tierhäuten und Knochen von Großsäugern aufgebaut wurde, hatte ich noch nicht gesehen. Wer all das in diesem Jahr noch anschauen möchte, sollte sich sputen: Der Eiszeitgarten wird im Laufe des Novembers über den Winter für Besucher geschlossen.

Ausstellung zur Technikgeschichte mit neuem Exponat

Wir verlassen den Eiszeitgarten jetzt auch, und zwar durch die Scheune. Hier wird die noch geschlossene Ausstellung „Vom BÜSSING-Rad zum VW K 70 – Eine Region wird mobil“ durch ein neues Exponat bereichert. Mehr darf noch nicht verraten werden. Doch wie der Titel bereits vermuten lässt, erlaubt auch das neue Ausstellungsstück Einblicke in die Technikgeschichte Salzgitters.

In der Scheune sind unter anderem die Urväter von Pedelec, Mountainbike und Co. zu sehen. Angeblich von der Marienburg bei Hannover stammt beispielsweise der Original Boneshaker. Ein rascher Blick zeigt mir, dass das Gefährt, das etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, seinen Namen zu Recht trägt: Die Knochen der Fahrerin oder des Fahrers wurden ordentlich durchgeschüttelt.

Aus dem Hause Büssing wird übrigens nicht nur ein Fahrrad gezeigt, sondern auch die nachfolgenden Entwicklungen wie ein historischer Motor.

Kinder willkommen in der Lernwerkstatt

Aus der bunten Welt historischer Fahrzeuge wechseln wir nun in einen anderen Bereich – die Lernwerkstatt. Hier darf im Normalfall bei den vielfältigen Veranstaltungen der Museumspädagogik alles angefasst und nach Herzenslust ausprobiert werden. „Die Kinder sind die Zukunft des Museums. Hier können sie lernen, dass das Museum ein toller Ort ist, an dem man Spaß haben kann und etwas lernt“, sagt Homann. In der Lernwerkstatt dreht sich alles – wie im kompletten Museum Schloss Salder – um Geschichte und Kultur der Region.

Die Lernwerkstatt – ein außerschulischer Lernort – entspricht modernen, museumspädagogischen Bedürfnissen. An die jungen Besucher wendet sich auch eine Sonderausstellung mit dem Namen „Gib Stoff!“. Die Kinder-Mitmach-Ausstellung läuft vom 20. Februar bis 29. Mai 2022 in Salzgitter. Christine Kellner-Depner, die erfahrene  Museumspädagogin im Haus, holte die Kinder- und Familienausstellung ins Schloss.

Familien im Fokus

„Wir möchten den Fokus noch mehr auf Kinder- und Familienfreundlichkeit richten“, sagt Arne Homann zu seinen Zielen im Städtischen Museum Schloss Salder. Dazu passend nennt er auch das Thema Barrierefreiheit. „Das Schloss ist bisher nicht rollstuhlgeeignet. Aber auch andere Bereiche zählen dazu wie Beschreibungen in einfacher Sprache, Angebote für seheingeschränkte Menschen oder für Demente. Hier gibt es noch viel zu tun“, so der Museumsleiter. Nach und nach möchte er auch die Dauerausstellungen aktualisieren lassen. Derzeit wird die Ausstellung über die 1920er-Jahre modernisiert.

Die nächsten Sonderausstellungen in Salder

Doch das Schloss ist auch Heimat der Kunstsammlungen der Stadt Salzgitter. Deshalb finden in den Räumen des Museums im Jahreslauf regelmäßige Kunstevents statt. So ist noch bis zum 31. Oktober 2021 eine neue Folge der Ausstellungsreihe „Salon Salder – neue Kunst aus Niedersachsen“ zu sehen. Diesmal widmen sich die Exponate dem Thema Habitate.

Vom 7. bis zum 28. November ist die Salzgitter Gruppe mit ihrer 59. Jahresausstellung zu Gast im Schloss Salder. Die Arbeiten der Künstlergemeinschaft stehen in diesem Jahr unter dem Titel „Atempause“. Parallel dazu findet die 50. Jahresausstellung und damit die Jubiläumsausstellung des Vereins Spektrum – freies Kunststudio Salzgitter e. V. statt.

Vom 10. Dezember 2021 bis 30. Januar 2022 präsentiert die Stadt Salzgitter im Schloss aus der eigenen Städtischen Kunstsammlung Werke des Engelnstedter Malers und Lapplandforschers Gustav Hagemann.

Das Museum – einer von mehr als 100 zeitORTEn in der Region Braunschweig-Wolfsburg – ist täglich außer Montag geöffnet, der Eintritt ist frei. Die aktuellen und ggf. durch Corona abweichenden - Öffnungszeiten des Städtischen Museums Schloss Salder werden auf der Webseite https://www.salzgitter.de/kultur/museum/index.php veröffentlicht.   

Städtisches Museum Schloss Salder

Museumstraße 34
38229 Salzgitter