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Landtechnik-Museum Braunschweig - Gut Steinhof: Corona-Zeit und die neue Spülküche

  • Datum: 31. Juli 2021
  • Kommentare: 0
 (Bildrechte: Magnus Tomforde / Landtechnik-Museum Braunschweig Gut Steinhof)
Foto von Jan-Christoph Ahrens
Jan-Christoph Ahrens
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Das Landtechnik-Museum Braunschweig auf dem Gut Steinhof öffnet diesen Sommer endlich wieder sein Tore. Durch die Corona-Pandemie mussten geplante Veranstaltungen abgesagt werden und Besucher:innen konnten nicht begrüßt werden. Doch der Förderverein Gut Steinhof e. V. hat die Zeit genutzt.

Das Landtechnik-Museum ist Partner im Netzwerk der zeitORTE

Im Blog der zeitORTE schauen wir hinter die Kulissen der verschiedenen Einrichtungen oder treffen uns mit den "Macher:innen" neuer Sonderausstellungen. Die wichtigste Information aber zuerst: Das Landtechnik-Museum Braunschweig - Gut Steinhof öffnet am 31. Juli wieder für Besucher.
Das Museum ist dann vorerst jeden Samstag von 11-16 Uhr geöffnet, natürlich nach den jeweils aktuell geltenden Corona-Regeln. In den Gebäuden wird die Maskenpflicht beibehalten.

Ein erstes Highlight wird es voraussichtlich am 7. August geben: Der Förderkreis plant an diesem Tag den Hafer zu mähen. Das hängt natürlich stark von der Wetterlage und dem Reifegrad des Hafers ab. Die Ankündigung für das genaue Datum des Mähens wird somit sehr kurzfristig kommen und auf der Internetseite des Museums bekanntgegeben.

Mähdrescher im Einsatz: So oder ähnlich wird es auch am 7. August auf dem Gut Steinhof zugehen. (Foto: Magnus Tomforde / Landtechnik-Museum Braunschweig)

Corona-Zwangspause genutzt

Das sehr engagierte Team vom Förderkreis Gut Steinhof e. V. ist immer bemüht, dass Landtechnik-Museum weiterzuentwickeln. Wir haben mit Anette Tomforde, Kassenwartin des Förderkreises, gesprochen, was während der langen Monate der corona-bedingten Schließung vor Ort passiert ist. Hier folgt ihr Bericht:

Die neue Spülküche

Am 18. Juli 2019 erhielten wir eine E-Mail vom Museumsverband Niedersachsen-Bremen mit dem Hinweis, dass es ein Förderprogramm vom Land Niedersachsen für kleine Museen gibt. Da wir schon länger mit dem Gedanken beschäftigt waren unsere Verpflegungsstände auf nachhaltiges Geschirr umzustellen, uns aber immer die finanziellen Möglichkeiten fehlten, sahen wir hier eine Lösung des Problems.

Die Planungen begannen: wenn wir auf richtiges Geschirr umstellen wollen, benötigen wir auch entsprechende Schränke um dies alles zu lagern und mindestens einen Industrie-Geschirrspüler, der schnell genug ist das anfallende dreckige Geschirr bei Veranstaltungen zu spülen.

Wir stellten Ende September den entsprechenden Förderantrag und unterteilten ihn in zwei Teile, einen für die Möbel und einen für das Geschirr.

...und dann kam Corona!

Anfang Juni 2020 erhielten wir schriftlich den Bewilligungsbescheid für die „Installation einer Spülküche“, aber leider nicht für das Geschirr. Dafür waren zu viele Förderanträge eingereicht worden, als dass das Geld für alles reichen sollte.

Wir erhielten allerdings gleich den Hinweis, dass es wahrscheinlich auch im Jahr 2020 noch einmal das gleiche Förderprogramm geben wird. So war es dann auch und wir stellten im Juni 2020 gleich den nächsten Antrag für die „Umstellung auf wiederverwendbares Geschirr“, der uns am 10. September ebenfalls bewilligt wurde.

Jetzt hatten wir die Fördergelder sicher, aber durch Corona keine Besucher und somit auch keine Einnahmen mehr. Und durch die Kontaktbeschränkungen konnten wir nur sehr eingeschränkt arbeiten, es waren weniger Helfer da. Die Fördergelder beinhalteten immer nur 75 % der Materialkosten. Der Verein musste also die restlichen 25 % der Maßnahmen selbst finanzieren und alle Arbeiten wie geplant in Eigenregie durchführen. Wir haben alles nochmal kalkuliert und uns für die Durchführung der Maßnahmen entschlossen, in der Hoffnung auf bessere Zeiten!

Anfang Dezember 2020 wurden alle Schränke und das ganze Geschirr bestellt, um noch von der Mehrwertsteuersenkung zu profitieren. Da nicht jeden Tag jemand vom Verein vor Ort ist, wurde mit der Bitte auf komplette Lieferung an einem Tag bestellt. Aber es kam, wie es kommen musste: Fast jeder Schrank wurde einzeln geliefert!

Die nächste Schwierigkeit begann sogleich: wohin mit den ganzen Schränken und dem Geschirr? Der Raum für die neue Spülküche musste schließlich erst hergerichtet werden. So wurde erst einmal alles im Ausstellungsraum im Speicherhaus zwischengelagert.

Nach dem Öffnen der Geschirrkartons haben wir die nächste Arbeit entdeckt: auf jedem Teller und jedem Glühweinbecher klebte ein Aufkleber und jedes Besteckteil war in eine Plastiktüte gesteckt worden. Das war eine ganz schöne Pulerei.

Zum Glück hatte der Vorstand schon frühzeitig Fliesen für den Fußboden ausgesucht, so dass wir uns nicht kurz vor dem zweiten Lockdown in das Gedränge in den Baumärkten stürzen mussten. Es gab dann die Möglichkeiten alle Materialien und Zubehör zum Wände streichen und Fliesen legen in den Baumärkten zu bestellen und abzuholen. Wir mussten gut planen, denn ein vergessenes Teil und die Arbeiten konnten erst Tage später weiter gehen. Mal eben schnell im nächsten Baumarkt die fehlenden Teile holen war nicht möglich.

Das Wetter spielte im Januar auch mit, so dass die Wände gestrichen werden konnten. Natürlich alles Corona-konform in Einzelarbeit. Dann kam doch noch der Winter, es wurde zu kalt und wir mussten sogar in den Gebäuden Schnee schieben anstatt Fliesen zu legen. Das Fliesenlegen konnten wir Anfang März beginnen, da die Spülküche zumindest frostfrei gehalten wurde.

Am 10. April konnte die Stellprobe der Schränke durchgeführt werden, nachdem alle Schränke mühevoll von ihrer Schutzfolie befreit wurden. Jetzt konnten wir sehen, wo genau die neuen Wasser- und Abwasserleitungen gelegt werden mussten und nach der Materialbeschaffung ging es ans Löten und Installieren.

Gelungene Stellprobe der neuen Spülküche
Gelungene Stellprobe der neuen Spülküche (Foto: Förderkreis Gut Steinhof e. V.)

Nun kam der Vorraum mit den Toiletten an die Reihe: alles musste abgebaut und aus dem Raum gebracht werden, damit auch hier der Fußboden gefliest und die Wände gestrichen werden konnten. Durch den langen, späten Winter konnte damit erst im Mai begonnen werden, denn dieser Raum ist unbeheizt.

Da nicht nur die weißen Wände schön aussehen sollten, wurden noch alle Holzwände und Türen abgeschliffen und gestrichen.

Bilder von der Fertigstellung gibt es noch nicht, denn Restarbeiten stehen noch an. Kommen Sie einfach vorbei und sehen sich das Ergebnis vor Ort an!

Bleibt mir zu sagen: Ich wünsche dem Team des Förderkreises Gut Steinhof e. V. eine erfolgreiche Wiedereröffnung des Landtechnik-Museums Braunschweig und drücke die Daumen, dass die mit viel Herzblut geplanten Veranstaltungen im weiteren Verlauf des Jahres stattfinden.

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38112 Braunschweig