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Till Eulenspiegel-Museum

 (Bildrechte: Sebastian Petersen)

Till Eulenspiegel wurde bei Schöppenstedt geboren und ist Protagonist eines Buches, das schon 1510/1511 gedruckt wurde. Entdecken Sie im Museum, dass hinter dem bunten Kinderbuchhelden mit Schellenkappe viel mehr steckt als ein harmloser Spaßmacher.

So hat man Eulenspiegel noch nie gesehen

„Überraschen! Irritieren! Widersprechen!“ lautet das Motto der neuen Dauerausstellung und lässt einen völlig neuen Blick auf die ja eigentlich seit mehr als 500 Jahren bekannte Figur zu. In jedem Ausstellungsbereich kommen die Besucher neuen überraschenden Facetten Eulenspiegels auf die Spur. Die Besucher von drei bis hundertdrei Jahren dürfen gespannt auf eine lebendige und unglaublich farbige Ausstellung sein, welche sie aktiviert und ihre Neugier weckt. Wer das Museum schon kennt, wird es neu entdecken. Wer noch nie da war, besonders auch Familien mit kleinen Kindern auf ihren Ausflügen sowie Jugendliche, wird sich für das Museum und seine Darstellung Eulenspiegels begeistern.

 (Bildrechte: Sebastian Petersen)
Blick in den grünen Narrenraum mit schräger Narrenwand, einem Gesicht ohne Narrenkappe und einer Narrenkappe ohne Gesicht. (Foto: Sebastian Petersen)

Ein mittelalterlicher Held im Renaissancekleid

Seit 1511, mitten in Humanismus und Renaissance, werden in vielen Sprachen Bücher gedruckt, die von Till Eulenspiegel erzählen. Er ist darin ein mittelalterlicher schräger Vogel aus dem Braunschweiger Land, der in Kneitlingen bei Schöppenstedt geboren wird und 1350 in Mölln stirbt. Beweise für die tatsächliche Existenz einer historischen Person Till Eulenspiegel gibt es allerdings nicht. Umso mehr erfahren wir über die Zeit, in der die 96 Historien von Eulenspiegel spielen: städtische Handwerksbetriebe, Wirtshäuser und Universitäten, aber auch ländliche Pfarrhäuser und Burgen, sind die Orte des pulsierenden Lebens im ausgehenden Mittelalter – besonders, sobald Eulenspiegel sie aufmischt.

 (Bildrechte: Sebastian Petersen)
Kopf und Oberkörpoer einer geschnitzten Narrenfigur aus Holz (Foto: Sebastian Petersen)

Ein Knaller gleich zu Beginn

Das Erste, was man im Museum sieht, ist eine Wand mit neun großen verschiedenfarbigen Köpfen. Einige kann man sofort als Eulenspiegel erkennen, andere nicht so leicht. Hier geht es mit den Überraschungen, den Irritationen und den Widersprüchen schon los. Die Farben und die Köpfe werden den Besucherinnen und Besuchern in den einzelnen Abteilungen der Ausstellung wiederbegegnen und dort Schritt für Schritt ihre wahre Bedeutung offenbaren. Wieviel Eulenspiegel steckt in Dir – und welcher von uns ist es, das fragen sie den Betrachter. Wenn er oder sie sich die Antwort überlegt, wird der Museumsbesuch zu einem persönlichen Erlebnis.

 (Bildrechte: Sebastian Petersen)
Kopf und Oberkörper einer Eulenspiegel-Bronzefigur von Gerhard Marek, die den Betrachter fixiert. (Foto: Sebastian Petersen)

Eulenspiegel auf der Spur: ein Erlebnis für alle

Die neue Ausstellung ist so facettenreich wie die Eulenspiegel-Figur selbst und schon deswegen ein Erlebnis. Vor mehr als 500 Jahren ist das erste Eulenspiegel-Buch mit 96 Geschichten gedruckt worden. Seitdem wurde es immer wieder nachgedruckt. Viele Künstler haben ihren Eulenspiegel erschaffen, viele davon sind in Schöppenstedt im Museum zu sehen.

Eulenspiegel auf der Spur sein, das heißt, zu fragen, wer war Till Eulenspiegel? Und: Wie viel Eulenspiegel steckt in mir? Die Ausstellung geht diesen Fragen nach und beleuchtet die Themen: Eulenspiegel in 96 Historien. Till, harmloser Spaßmacher? Eulenspiegel, der Böse? Till, ein Narr? Eulenspiegel, unser Held? Und Eulenspiegel in Musik & Film

 (Bildrechte: Sebastian Petersen)
Blick in die Musikecke mit einer tanzenden Porzellanfigur, Bildern und Musiknoten. (Foto: Sebastian Petersen)

Ein Museum all inclusive

Für viele Kinder ist das Eulenspiegelbuch ihr erster Kontakt mit der Weltliteratur, und der Besuch im Eulenspiegel-Museum der erste Museumsbesuch. Oft bleiben diese Verbindungen bis ins hohe Alter bestehen, vielleicht aufgefrischt durch den Wunsch, Kindern und Enkelkindern dasselbe Kulturerlebnis zu bieten. Die zweite Besonderheit ist die Inklusion, die in Taststationen, in einem Mediaguide mit Hörspur für alle Texte sowie mit einer Spur in leichter Sprache und unterfahrbaren Einbauten schon zu erkennen ist. In den Monaten nach der Eröffnung soll sie gemeinsam mit Betroffenen noch verstärkt werden. Der Anspruch, ein möglichst barrierefreies und inklusives Museum zu sein, wird dann erfüllt.

 (Bildrechte: Sebastian Petersen)
Einer der 9 Köpfe zum Tasten und bunte Figuren zu einer Eulenspiegel-Historie. (Foto: Sebastian Petersen)

Mitmachen und dabei sein

  • Alle Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, auf der Galerie am Schluss des Rundganges ihre eigene Interpretation einer Historie zu hinterlassen.
  • Die altersgerechten Kindergeburtstage im Museum erfreuen sich großer Beliebtheit.
  • Für Kinder wird ein Wanderbeutel entwickelt, mit dem sie die Ausstellung auf ihre Art erkunden und ihren Besuch in einem Büchlein dokumentieren können.
  • Das Museum bietet bei Voranmeldung Gruppen Führungen und Workshops an, die auf die einzelnen Gruppen zugeschnitten sind.
  • Im Museum finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt, auf die in der Presse und auf der Website aufmerksam gemacht wird.

Tipps

  • Anreise mit dem Auto: Wenn in der Nordstraße kein Parkplatz zu finden ist, gibt es auf dem Schützenplatz oder auf dem Templerhof freie Parkplätze
  • Anreise mit der Bahn: Schöppenstedt ist jeden Tag von Braunschweig aus direkt erreichbar; vom Bahnhof zum Museum sind es etwa 15 Gehminuten
  • Das Museum hat viele Tastobjekte, in jedem Bereich eine Inklusionstrommel mit Texten in leichter Sprache und in Blindenschrift und einen Mediaguide
  • Jeder Besucherraum ist barrierefrei zugänglich. Das Haus hat einen Fahrstuhl und eine Behindertentoilette.
  • Im Museum gibt es Informationen und Faltblätter zu Eulenspiegel-Attraktionen im Freien in Schöppenstedt und zwischen Braunschweig und Helmstedt.