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Schloss Schöningen

 (Bildrechte: Stadt Schöningen)

Erstmals erwähnt wurde das Schloss um das Jahr 1350, wo es von Herzog Magnus von Braunschweig-Lüneburg noch als Grenzanlage und Jagdschloss gegründet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte erlangte das Schloss aber immer mehr an Bedeutung.

Im Herzen der Stadt

Die Zerstörung Schöningens durch Erzbischof Otto von Magdeburg im Jahre 1347 gab den Anlass, eine Burg  zu errichten. So geschah es ab 1350  durch Herzog Magnus I. (1304-1369) als Wasserburg zur Befestigung gegen die Bistümer Magdeburg und Halberstadt. Die Burg bildete eine von Wall und Wassergraben umgebene viereckige Anlage. Das Kernstück der Anlage ist der Palas. Das Portal stammt aus der Renaissance und bekam später einen barocken Aufsatz. Das eigentliche Bollwerk zum Schutz gegen die Feinde aus dem Osten war der südliche Turm, der „Graue Turm“. Später wurde er mit einem Renaissanceerker versehen, hinter dem sich noch heute eine Kapelle befindet, die heute als Trauzimmer dient. Ab Mitte des 16. Jahrhundert wurde die Anlage  Witwensitz dreier Braunschweigischer Herzoginnen. Während dieser Zeit entwickelte sich die Burg zu einem prunkvollen Renaissanceschloss. 

So nah am Elm gelegen, diente das es den Welfenherzögen mit ihrer Residenz in Wolfenbüttel und ihrem Gefolge oft als Unterkunft bei Treibjagden. Schöningen wurde so zu einem wichtigen Zentrum und war Amtssitz, bis dieser 1815 nach Helmstedt verlegt wurde.

 (Bildrechte: Stadt Schöningen)
Der Innenhof des Schöninger Schlosses. (Foto: Stadt Schöningen)

Blüte – Zerfall - Blüte

Mit dem langsamen Verfall des Schlosses im 19. Jahrhundert und dem Auszug der Bewohner wurden sämtliche Gebäude in eine Schlossdomäne umgewandelt, die bis 1970 bestand. 1978 von der Stadt aufgekauft, erfolgte ab 1984 die Restaurierung der einzelnen Gebäudeteile, so dass man die historische Schlossanlage 1996 der Bevölkerung  übergeben konnte. Dazu gehören auch die Räume des ehemaligen Gefängnisses und die vorgelagerten Wächterhäuschen, liebevoll Torhäuschen genannt. Heutiger Magnet für Hochzeitsgesellschaften und Spaziergänger ist der Barockgarten. Hotel und Restaurant sorgen für einen adligen Aufenthalt.

 (Bildrechte: Stadt Schöningen)
Barockgarten und Palais des Schöninger Schlosses (Foto: Stadt Schöningen)

Hinter Gittern

Eng ist die Geschichte der Fotografie mit der Schöningens verbunden. 1834 wanderten von hier die Langenheim-Brüder nach Nordamerika aus uns arbeiteten als Reporter. Von ihrem Schwager, dem Wiener Peter Wilhelm Friedrich Voigtländer, erhielten sie eine von ihm entwickelte Kamera. Schon nach kurzer Zeit machten die Langenheim-Brüder mit ihren Fotografien auf sich aufmerksam und erlangten weltweite Anerkennung. Eine Sammlung originaler Langenheim-Daguerreotypien ist heute mit einem geschätzten Wert von einer Million Dollar im Metropolitan Museum of Art in New York ausgestellt. Im ehemaligen Gefängnis erinnert heute eine Ausstellung von beinahe 400 verschiedenen Fotoapparaten aus der privaten Sammlung von Paul Buder an dieses kulturelle Vermächtnis. Das älteste Exponat stammt aus dem Jahr 1888.

Besonderes Highlight dieses Teils des Schlossensembles ist die wieder in Szene gesetzte Gefängniszelle.

 (Bildrechte: Stadt Schöningen)
Nach in den 70er Jahren wurde in der Gefängniszelle des Schlosses ausgenüchtert. (Foto: Stadt Schöningen)

Schöninger Köpfe - Erfinder, Künstler, Philosophen

Beeindruckende und ergreifende Biografien großer Schöninger zeigen den Besuchern des ehemaligen Gefängnisses, welche teils bahnbrechenden Erfindungen, Erkenntnisse und künstlerische Leistungen hier ihren Ursprung nahmen. Angefangen beim späteren Mainzer Erzbischof Williges über die Erfinder Pechan und Klaue bis hin zu Künstlern Rodewald oder Basedow: Über 40 Persönlichkeiten mit Wow-Effekt werden vorgestellt. So verbrachte der Klavierbauer Grotrian hier seine Kindheit, ebenso wie der Maschinenbauer Wilhelm Lefeldt, der der Lebensmittelindustrie durch die Erfindung der Milchzentrifuge auf die Sprünge half. Sinologen, Afrikaforscher, Literaten, Opernsänger – hier starteten sie ihre Karrieren.

 (Bildrechte: Stadt Schöningen)
Literaten, Erfinder und Forscher - Sie alle befinden sich unter den Schöninger Köpfen (Foto: Stadt Schöningen)

Mitmachen und dabei sein

  • Führung: Frau Herzogin bittet ins Schloss - Die Herzogin persönlich geleitet Sie durch das Schöninger Schloss und entführt an Orte, an denen sie vor Jahrhunderten ihre Spuren hinterlassen hat
  • Disc Golf-Parcours im Schlosspark
  • Jährliches Gartenfestival im Mai
  • Advent im Gefängnishof
  • Jährliches Benefizkonzert mit dem Bundespolizeiorchester Hannover

Tipps

  • Kostenfreie Parkplätze auf dem Burgplatz
  • Direkt am ZOB
  • Zwei Gehminuten zum Markt